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  • Friday, 28.9.2007

    Kein Rechenfehler bei eBay-Sammelgeboten

    Filed under: Aktuell — techno @ 13:44

    Bei eBay gibt es seit einiger Zeit die Möglichkeit, sogenannte “Sammelgebote” abzugeben. Möchte man einen mehrfach angebotenen Artikel kaufen, kann man mehrere Angebote zusammenfassen und ein solches Sammelgebot erstellen. Für jeden Artikel kann man ein eigenes Maximalgebot angeben, so daß sich auch ein leicht unterschiedlicher Lieferumfang oder verschieden hohe Portokosten berücksichtigen lassen. eBay bietet dann automatisch der Reihe nach auf die Angebote bis einer der Artikel erfolgreich ersteigert wurde. Genau dieses Feature habe ich jetzt benutzt, um ein Buch zu erstehen, das ich leider während meines Krankenhausaufenthaltes nicht zu Ende zu lesen geschafft habe und der Patientenbibliothek zurückgeben musste (Ja, es erschien mir irgendwie passend, in der Unfallchirurgie zu liegen und einen Krimi namens “Die Chirurgin” zu lesen…). Meine Gebote waren so kalkuliert, daß mich das ganze inklusive Porto höchstens 6,12 EUR kostet.

    Um so erstaunter war ich dann heute, als mir eBay folgendes anzeigte:

    eBay Sammelgebot

    Bei den beiden ersten Auktionen wurde ich jeweils überboten. Buch Nr.3 jedoch ging für 4,49 EUR weg, obwohl ich 4,72 EUR geboten hatte. Überhaupt hatte der eBay-Automatismus gar kein Gebot abgegeben, sondern die Auktion übersprungen, weil der aktuelle Preis angeblich höher als mein Maximalgebot war. Rechenfehler? Skript kaputt?

    Nein, bloß - wie bei Software heutzutage üblich - keine sinnvolle Fehlermeldung. Betrachten wir die Gebotsliste von Buch Nr.3:

    eBay-Gebot 4,49 EUR um 17:18:56 Uhr

    Das Gebot wurde also gegen zwanzig nach fünf nachmittags abgegeben. Und nun ein Screenshot von der Auktion Nr.2:

    Auktion Nr.: Ende um 21:00 Uhr

    Die Auktion endete also erst um 21:00 Uhr. Erst danach hätte die Sammelgebot-Automatik also auf Buch Nr.3 bieten können. Und jetzt erinnern wir uns: Sammelgebote sind ganz normale Gebote. Bloß nacheinander. Und wie ist das bei eBay mit ganz normalen Geboten? Genau, sie müssen mindestens 50 Cent über dem aktuellen Gebot liegen. Zu dem Zeitpunkt also, als Auktion Nr.2 nicht mehr zu gewinnen war (21:00 Uhr) hätte das Mindestgebot für Buch Nr.3 bei 4,99 EUR gelegen. Und das ist natürlich tatsächlich mehr als 4,72 EUR.

    Es ist also alles ganz normal. Keine Ungereimtheiten bei eBay. Keine großen Schlagzeilen. Lediglich ein “Hinweis”, der besser gelautet hätte: “Ihr Maximalgebot lag unter dem Mindestgebot (4,99 EUR).”

    Tuesday, 1.5.2007

    Abhören abschaffen

    Filed under: Aktuell — techno @ 15:03

    Digitalfunkgerät an PolizistWie der Tagesspiegel vor einer Woche meldete soll ab Ende Mai auch der Berliner BOS-Funk digital werden. Damit werden dann u.a. keine persönlichen Daten mehr unverschlüsselt durch die Gegend gefunkt. Insofern möchte das !blog-Komitee anläßlich des heutigen Tages noch einmal alle potentiellen Krawallmacher in SO36 herzlichst davor warnen, den zuständigen Ordnungsbehörden Anlaß zu geben, solche Daten zu erfassen. Noch geht ggf. alles unverschlüsselt über den Äther. Auch möchten wir unsere gesetzestreuen Leser darauf hinweisen, daß das Abhören der entsprechenden Frequenzen verboten ist.

    “Und wo kommt ihr her?” - “Aus 61.” - “Ach so.”

    Filed under: Aktuell — techno @ 3:47

    Dieser Dialog entspann sich am ersten Mai vergangenen Jahres irgendwo nahe dem Heinrichplatz zwischen einem ansonsten recht sympatisch wirkenden Punk mittleren Alters und uns. Dieser Mensch, aus verschiedenen Gründen, die ich inzwischen vergessen zu haben eingestehen muß, vom Schicksal hart gebeutelt, war zweifellos ein echter SO36er, und seine Enttäuschung darüber, daß wir, denen er zuvor, wenngleich eigentlich eher ungefragt, die Details seiner unschönen derzeitigen Lebenssituation anvertraut hatte, keine “echten” Kreuzberger, sondern “bloß” solche aus 61 waren, war trotz oder vielleicht gerade wegen des schlichten “ach so” unverkennbar.

    Trotzdem gibt dieser Dialog die Situation sehr treffend wieder. Kaum einmal verirren wir uns nach SO36, nicht weil es uns dort nicht gefiele, sondern eigentlich nur, weil es sich nicht ergibt. Einmal im Jahr am ersten Mai jedoch zieht es uns dorthin: das Volksfest ist nett, die Musik auf den Bühnen meist recht gut, und es weht ein Hauch von Anarchie. Ja, ein gewisses heimliches Bedürfnis nach Katastrophentourismus kann man uns wohl auch nicht absprechen, auch wenn wir uns an den “Maifestspielen“, also dem jährlichen Straßenkampf grün (bzw. blau) gegen bunt, nicht aktiv beteiligen. Nebenbei ist zumindest mein Vertrauen in die Staatsmacht nicht so weit gediehen, als daß ich den behelmten Ordnungshütern nicht liebend gerne auf die Finger gucke, wenn dadurch vielleicht ein Punk weniger windelweich gekloppt wird.

    Auch aus 61 sind übrigens die hier:
    Pflastersteine in 61

    Seit Wochen beobachten wir Pflastersteine, die sich offenbar auf den ersten Mai vorbereiten. Erstmals konnten vorhin Pflastersteine gesichtet werden, die sich auf dem Weg Richtung SO36 befanden. Wir bitten, die leichte Bewegungsunschärfe zu entschuldigen.
    Pflastersteine auf dem Weg nach SO36

    Nein, keine Angst, wir helfen denen nicht…

    Wednesday, 18.10.2006

    Der gute Wille und die Microsoft-Realität

    Filed under: Aktuell — techno @ 12:27

    Wann immer die c’t über das Arbeiten ohne Administrator-Rechte berichtet, überkommt mich das schlechte Gewissen, denn mein Standard-Windows-User auf dem Desktop-Rechner ist Administrator, ja er heißt sogar so. Und wann immer sich ernsthaft die Gelegenheit bietet, versuche ich, mich an die vielen tollen Ratschläge zu halten und endlich einmal - gleich bei der Installation - ein Windows aufzusetzen, das User mit unterschiedlichen Rechten kennt.

    Seit vorgestern abend steht hier jetzt ein neuer Desktop-Rechner. Hier in aller Kürze die Resultate der ersten Versuche, ohne Admin-Rechte die wesentlichen und unwesentlichen Dinge des täglichen Bedarfs zu installieren:

    • Treiberinstallation als Administrator funktioniert wie erwartet.
    • Firefox als Admin installiert. Fragt, wenn ich ihn als User nutze jedes Mal nach, ob ich Daten unverschlüsselt an eine Webseite schicken will und merkt sich mein Nichtankreuzen bei “nächstes Mal wieder fragen” nicht.
    • Das Tool meines Mainboard-Herstellers zur Überwachung von CPU- und Board-Temperatur funktioniert nicht, wenn ich als Nicht-Admin angemeldet bin, da es irgendwo in C:\Programme… schreiben will.
    • Ein Spiel, das mit der Grafikkarte mitkam, will sich - je nachdem, ob der Installer vom Admin oder vom rechtelosen User aufgerufen wurde - entweder unterhalb von C:\Programme… oder unterhalb von C:\Dokumente und Einstellungen\$username\Anwendungsdaten installieren. Auf die Idee, nach dem Administratorpasswort zu fragen, kommt der Installer nicht. Ein interessanter Workaround.
    • Benutzt man den interessanten Workaround nicht, sind trotz Installation als Admin beim ersten Start des Spiels nochmals Admin-Rechte erforderlich, um einen Kopierschutztreiber zu installieren.
    • Ist auch das gelungen, kann man das Spiel als normaler User starten. Damit geht allerdings nicht die Berechtigung einher, auch Spielstände speichern zu dürfen.
    • Eigentlich muß ich gar nicht “Peter Jackson’s King Kong - The Game of The Movie” spielen.
    • Microsoft-Software fragt beim Installieren als normaler User artig nach einem Admin-Passwort.
    • Sämtliche Software, die den InstallShield Wizard zum Installieren benutzt, fragt nicht nach einem Admin-Passwort, sondern zeigt die vielsagende Fehlermeldung “Error installing iKernel.exe (0xa00)” an.
    • Wenn ein Installer ausnahmsweise mal in der Lage ist zu fragen, dann wird der Software-Hersteller die Software-CD mit einem Autostart-”Klicken Sie hier für installieren”-Dingens versehen, das nicht in der Lage ist zu fragen. Die eigentliche setup.exe wird er in einem Unterverzeichnis verstecken und mit einem kryptischen Namen versehen.
    • Netzlaufwerke (die der normale User eingerichtet hat) sind zur Installation von Programmen ungeeignet, da der per “Ausführen als…” herbeigerufene Admin nicht auf das Netzlaufwerk zugreifen kann.
    • “Bei Würmern wie Blaster und Sasser ist es völlig egal, als welcher Anwender man angemeldet ist, da sie von außen über das Netzwerk durch Sicherheitslöcher in Systemdienste eindringen.” (c’t 15/2004) Gegen schlechte Software, die mit Admin-Rechten das System verstümmelt, ist eh kein Kraut gewachsen, denn wenn sie es nicht bei der Benutzung (ohne Rechte) tut, dann sicher bereits bei der Installation, für die sie Admin-Rechte brauchen wird. Gegen eigene Dummheit (als User mit Admin-Rechten das Windows-Verzeichnis gelöscht) hilft ohnehin nichts.

    Ich tue es jetzt wieder. Mein User bekommt die Generalvollmacht.

    Thursday, 28.9.2006

    Geschenkpapier

    Filed under: Aktuell — techno @ 15:28

    Ich weiß nicht, ob es der geneigten Leserschaft klar ist, aber Geschenkpapier, wenn es nicht im Dreierpack auf 10m-Rollen im Supermarkt erstanden oder der elterlichen Schrankwand entnommen wird, ist richtig, richtig teuer. Zeit und Geld sparen kann man, wenn man das Geschenk gleich bei einem Laden kauft, der es einem kostenlos einpackt. Doch was, wenn das Geburtstagsparty-Mitbringsel ausnahmsweise mal keine DVD vom Hugendubel-Grabbeltisch ist? Was, wenn die zu beschenkenden Freunde das Conrad-Elektronik-Nußknacker-Weihnachtspapier schon gar zu gut kennen, als daß es noch originell wirken könnte oder der Inhalt ernsthaft überraschen würde? Was, wenn das Geschenk nicht für irgendwen ist, sondern die geliebte Ehefrau, die morgen Geburtstag hat?

    Dann, liebe Leser, macht man es so wie ich heute und begibt sich zu einem Laden, der soviel Geschenkpapier vorrätig hat, daß er es sogar verkauft, in ein Kaufhaus wie Karstadt beispielsweise. Eine ganze Abteilung scheint für nichts anderes da zu sein, als den Verkauf von allerlei Kisten, Kästen, Papieren und Bändern, die geeignet sind, triste Geschenke in edle Präsente zu verwandeln - vorausgesetzt, man trifft die richtige Wahl und hat genug Geld mitgebracht. Zu horrenden Preisen nämlich steht dort eine breite Auswahl diverser Verpackungserzeugnisse bereit. Selbst das winzigste Stück gestreiftes Geschenkpapier mit 1-Farb-Druck (schwarz auf weiß), kostet dort mal locker mehrere Euro. Dafür ist es dann mit “farblich passender Rückseite” ausgestattet. Das Papier ist weiß, die Rückseite auch. Ja, das ist wirklich sehr passend.

    Nach dem Studium diverser deutlich komplexerer Verpackungssysteme habe ich mich schließlich für ein einzelnes lose verkauftes Blatt Geschenkpapier entschieden. Der Vorteil daran ist, daß man das aufgedruckte Muster besser begutachten und ggf. befühlen kann, als bei dem aufgerollten und eingeschweißten. Außerdem ist es ein wenig billiger. Aber das wäre natürlich nicht ausschlaggebend gewesen, schließlich geht es um ein Geschenk für meine Frau. Die Nachteile sind etwa folgende: 1.) Die obersten Blätter sehen meistens etwas schäbig aus, weil alle anderen Kunden das Papier begutachten und befühlen müssen, man muß also Papier von weiter unten vom Stapel nehmen. 2.) Die Blätter weiter unten sehen auch oft schäbig aus, weil alle anderen Kunden unbedingt das Papier von weiter unten vom Stapel nehmen müssen. 3.) Während man mit dem Papier in der Hand in der Schlange an der Kasse steht, zerknickt man es leicht oder hinterläßt Schweißspuren. 4.) Der Transport des losen Papiers ist, auch in aufgerollt, zumindest bei Nieselregen nicht ganz unkritisch.

    Nach Abwägung der Vor- und Nachteile habe ich mich also wie gesagt für das lose Papier entschieden. Dabei ist mir leider der größte Nachteil entgangen: Auf dem Blatt klebt tatsächlich ein Preisschild! Und das geht natürlich nicht vernünftig ab. Wäre mir das vorher aufgefallen, hätte ich natürlich an der Kasse um Hilfe bitten können. “Entschuldigung, können Sie mir das Schild abmachen? Das soll nämlich ein Geschenk sein.” - “Ach so, ein Geschenk, na das wußte ich ja nicht, gerne doch.”

    Ich hätte doch das aufgerollte, eingeschweißte kaufen sollen. Vielleicht habe ich aber auch nur einen neuen Trend verpaßt. Dezente Protzerei auf der Geschenkpapierinnenseite. So nach dem Motto: “Boah, das Geschenkpapier von Peter hat 2,50 Euro gekostet und Klaus’ Geschenkpapier nur 1,80 Euro. Peter ist ja echt viel großzügiger!”

    Die kleine Ecke mit dem Preis habe ich schließlich doch nicht zum Verpacken gebraucht. Aber das nächste Geschenk wird wieder bei Hugendubel gekauft und verpackt. Da sehen die Leute dann gleich, daß es sich um eine spannende DVD oder ein gutes Buch handelt und freuen sich schon vor dem Auspacken.

    Wednesday, 14.6.2006

    Ende der Rücksichtnahme

    Filed under: Aktuell — techno @ 15:55

    DER SPIEGEL-Titel  Nr. 24/2006Keine Frage: Rauchen ist ungesund und nicht cool. Und auch keine Frage: Nichtrauchern den Qualm ins Gesicht zu blasen ist nicht die feine Art. Trotzdem wird es für Raucher höchste Zeit, sich gegen die Intoleranz der Nichtraucherlobby zur Wehr zu setzen.

    In seiner aktuellen Ausgabe titelt DER SPIEGEL “Rauchen: Ende der Toleranz”. Doch von welcher Toleranz ist die Rede? Wie DER SPIEGEL in dem dazugehörigen Artikel selbst schon feststellt, wächst die “Nichtraucherzone der Welt (…) derzeit fast im Vierwochentakt”. Anders ausgedrückt: Die Orte an denen ein Raucher rauchen darf, schrumpfen immer weiter. Dabei ist dieser Vorgang keineswegs auf gesetzliche Hau-Ruck-Aktionen wie das Rauchverbot in Kneipen, Pubs und anderen öffentlichen Räumen in diversen europäischen Ländern beschränkt. Beinahe unmerklich hat sich in den letzten Jahren ein Trend zur Diskriminierung von Rauchern entwickelt. Rauchen in Flugzeugen ist inzwischen selbst auf Langstreckenflügen verboten, die Raucherabteile in Zügen werden kontinuierlich weniger - während sich die Nichtraucher wundern, daß die Luft in den wenigen verbliebenen Raucherabteilen immer dicker wird, und die Raucher im Nichtraucherbereich sitzen und nur zum Rauchen in das betreffende Abteil oder ins Bord-Bistro gehen. Mit der flächendeckenden Errichtung von Einkaufszentren seit den Siebzigern haben sich Bereiche entwickelt, die praktisch auf Schlag zur Nichtraucherzone erklärt werden konnten, was eigentlich nur konsequent ist, nachdem man durch rigide Hausordnungen und paramilitärische Wachdienste andere Randgruppen wie Bettler und Obdachlose von der Benutzung ausgeschlossen hatte. Bei Fastfood-Ketten wie McDonald’s und Burger King gibt es - offenbar unter dem Vorwand der Familienfreundlichkeit - teilweise bereits seit Jahren ein generelles Rauchverbot. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Raucher räumen schneller wieder ihren Platz, um vor der Tür ihre Zigarette zu rauchen, und machen Raum für Eltern, die nichts besseres zu tun haben, als ihre Kinder möglichst früh an den Fastfoodfraß zu gewöhnen.

    Die Nichtraucherlobby funktioniert dabei nach dem Prinzip des geringsten Widerstandes: So trifft etwa das 2004 eingeführte Rauchverbot an Berliner Schulen einerseits die Gruppe der Schüler, die sich selten angemessen (etwa durch eine Verfassungsbescherde) zur Wehr setzen können, und andererseits die Gruppe der Lehrer, die ihre pädagogische Glaubwürdigkeit riskieren, wenn sie gegen diese Verordnung vorgehen. Passagiere von Langstreckenflügen mögen zwar murren, wenn sie ihr Nikotinbedürfnis während des Fluges nicht stillen können, doch die Schiffspassage in die Neue Welt ist nicht wirklich eine Alternative.

    Die vorgeblichen Gründe für die Rauchverbote rangieren dabei zwischen schwer nachvollziehbar und vollkommen absurd. Ob sich etwa “Nichtraucherschutz” durch Abschaffung der Raucherecken auf Schulhöfen erzielen läßt, wage ich zu bezweifeln, denn ganz offensichtlich wird dann auf den Klos geraucht. Auch die häufig angeführten sogenannten “Sicherheitsgründe” kommen sehr unglaubwürdig daher. Nach meinem Kenntnisstand geschehen z.B. Flugzeugunglücke aufgrund von Materialfehlern oder menschlichem Versagen - oder meinetwegen auch wegen der ach-so-gefährlichen Terroristen - , aber nicht weil irgendein Aschenbecher Feuer gefangen hätte. Und die diversen Berichte von Bränden wegen unachtsamer Raucher beziehen sich doch zumeist entweder auf Privatwohnungen oder auf Bereiche, in denen ein Rauchverbot ausnahmsweise mal sinnvoll ist, etwa Feuerwerksfabriken. Ein anderer häufig gehörter Vorwand ist die “Sauberkeit”. Klar, wenn man erst die Aschenbecher entfernt, braucht man sich später nicht zu wundern, wenn überall Kippen auf dem Boden liegen. So geht es immer weiter. Häufig wird quasi hintenrum ein Rauchverbot eingeführt. So ist zum Beispiel das Gaststättenrauchverbot in vielen europäischen Ländern zumeist gar keine Verbraucherschutzmaßnahme, sondern eine implizite Folge des Rauchverbots am Arbeitsplatz (des Gastwirtes). Doch, so muß gefragt werden, ist es denn nötig, ausgerechnet einen Kneipier vor dem Rauch am Arbeitsplatz zu schützen? Gehört es nicht bekannterweise zum Berufsbild eines Wirtes, mit Rauch zu tun zu haben, ähnlich wie ein Bäcker nunmal mit Mehl und ein Tischler mit Holzstaub konfrontiert wird? Und wenn der arme, unschuldige Gastronom schon vor seinem selbsterwählten Schicksal beschützt werden muß, warum darf dann überhaupt noch Alkohol ausgeschenkt werden? Ist nicht der Alkoholismus ein ernstzunehmendes Problem, gerade auch bei einigen Gastwirten, die ständig der Verlockung in Form des Schnapsregals ausgeliefert sind?

    Es ist höchste Zeit für die Raucher, sich gegen die fortwährende Diskriminierung zu wehren. Ziviler Ungehorsam ist gefragt. Jeder Raucher ist gut damit beraten, Rauchverbote stillschweigend zu ignorieren, wo es ihm sinnvoll erscheint, denn sonst bleibt bald wirklich nur noch das traute Heim. Ich nehme gerne Rücksicht auf Nichtraucher - aber nicht auf Rauchverbotsschilder. Und wenn die Nichtraucherlobby so weiter macht, dann ist es - bei allem Verständnis - auch mit der Rücksichtnahme bald vorbei.

    Thursday, 19.1.2006

    Der Bart muß ab!

    Filed under: Aktuell — techno @ 13:55

    unrasierter Polizist?Wie Spiegel Online zu entnehmen ist, sorgt sich das Bundesinnenministerium um den Eindruck, den deutsche Polizisten auf die ausländischen Gäste der WM machen könnten. Auch wenn diese Sorge berechtigt erscheinen mag, stellt sich doch die Frage, ob die Herangehensweise des Innenministeriums die Richtige ist: Im Bestreben für ein “gepflegtes Erscheinungsbild” der Ordnungshüter zu sorgen, kommt der Drei-Tage-Bart unter die (Rasier)klinge. Auch sichtbare Piercings und Ohrschmuck bei männlichen Bundespolizisten sowie alles andere, das eine “individualistische Haltung” verraten könnte, sollen den kürzlich umbenannten BGSlern verboten werden. Sinnigerweise illustriert Spiegel Online den Artikel mit dem Foto einer Reihe von Polizisten in Kampfuniform die allesamt weder freundlich noch glücklich dreinschauen. Ein Trost bleibt den individualismusbedürftigen Staatsbediensteten immerhin: “eine Halskette, ein Armband und ein ‘Freundschaftsband’ pro Polizist” sollen laut Spiegel erlaubt bleiben.

    Doch so albern und unterhaltsam dieser Erlaß, der bereits Anfang Februar in Kraft treten soll, erscheinen mag, stellt sich doch die Frage, welche Konsequenzen er haben könnte. Daß Bundeswehrsoldaten lange Haare und Stoppelbärte nicht gestattet sind, ist offenbar weitläufig akzeptiert (und mir persönlich reichlich egal). Und auch seit Jahren existierende Regelungen zu Haarlänge und Schmuck bei Polizisten, die im wesentlichen darauf abzielen, eine Gefährdung der Beamten in Kampfsituationen zu vermeiden, erscheinen nach einiger Überlegung zumindest vertretbar (wenn auch die Ungleichbehandlung in Sachen Haarlänge bei weiblichen und männlichen Polizisten auffällt). Doch dieser Erlaß zielt ausschließlich auf das optische Erscheinungsbild ab, das angeblich einen “maßgeblichen Einfluss auf das Vertrauen in der Bevölkerung” habe. Machen wir uns nichts vor: wenn es bei der WM zu Ausschreitungen kommt, wird ohnehin die z.B. vom 1. Mai in Kreuzberg bekannte Straßenkampfmontur angelegt, die jedwede Form von Körperbehaarung verdeckt, den Polizisten vernünftig vor Außeneinwirkungen und selbständigem Denken schützt und eher kaum zur Vertrauensbildung in der Bevölkerung beiträgt - es sei denn natürlich es geht hier um das Vertrauen auf das Vorhandensein einer allgegenwärtigen starken staatlichen Macht, die den braven Bürger vor der Bedrohung durch gefährliche Kriminelle und Terroristen schützt. Doch ich persönlich traue eher einem Polizisten, der aussieht “wie Du und ich”, als einem für den Staatsbesuch des Fußballpöbels zurechtgestutzten Einheitswachtmeister.

    Bleibt abzuwarten, welche Modevorschrift als nächstes kommt. Ein ordentlicher Seitenscheitel vielleicht? Oder gar keine Haare?

    Update: Ich bitte um freundliche Beachtung der Bildquellenangabe in Kommentar Nr. 3 (mir ist das Bild irgendwie anderweitig zugeflogen).

    Thursday, 30.6.2005

    Schwer enttäuscht von der Telekom

    Filed under: Aktuell — techno @ 14:37

    Vor einem knappen Jahr haben wir bei der Telekom einen (subventionierten) WLAN-Router namens “T-Sinus 154 Komfort” erworben. Kein ganz schlechtes Gerätchen, wenn es auch nicht gerade durch Funktionsumfang glänzt. Allerdings stürzte das Teil in letzter Zeit immer häufiger ab. Mußte es anfangs noch - wie jeder andere schäbige WLAN-Router auch - ca. einmal im Monat rebootet werden, so ist es inzwischen soweit, daß es tägliche Fürsorge braucht. Als ich heute zum zweiten Mal innerhalb weniger Stunden unter den Schreibtisch krabbeln mußte, um dem Kleinen seine Stiefel zu schnüren, beschloß ich, es wider besseren Wissens mal mit der Hotline der T-Com zu versuchen.

    Ich rief also den T-Com Vertrieb (0800 330 1000) an. Viel früher als erwartet, nämlich schon nach wenigen Sekunden, flog ich aus der Warteschleife, um mit einer Mitarbeiterin verbunden zu werden. Ich schilderte mein Problem, wurde an die Technische Hotline verwiesen - und dorthin durchgestellt(!). Doch nicht genug der Verwunderung: Nach einem Zeitraum der kaum reichte, um die neue Warteschleifenmusik probezuhören, wurde ich mit einer weiteren Mitarbeiterin verbunden. Wieder schilderte ich mein Problem. Mental schon darauf eingestellt, der Frau zu erklären, warum gerade ich sicher nicht meinen Router irgendwohin zu schicken gedenke, um dann wochenlang auf Ersatz zu warten, gab ich ihr nichtsahnend Name, Adresse und Telefonnummer durch. Und was sagt sie mir da? Sie schicken ein Austauschgerät mit Rückschein zum Zurückschicken des defekten Routers. Bitte was? Bitte wie? Die Telekom macht auf kundenfreundlich?

    Tut mir leid, aber mein Weltbild wurde gerade erschüttert. Was soll ich bloß machen? Vielleicht schreibe ich nachher noch eine Mail an die c’t, Rubrik “Vorsicht Kunde!”, daß die sich nicht wundern, wenn die Telekom-Beschwerden zurückgehen sollten…

    Wednesday, 29.6.2005

    Fotos Kiel

    Filed under: Aktuell, General — assel @ 16:02

    Die besten der Bilder, die am letzten Wochenende in Kiel und Umgebung entstanden sind, findet man ab sofort in meiner neuen Fotogalerie.

    Offen bleiben folgende Fragen:

    • Wo setzt man den Weißpunkt bei Segeln und Möwenbäuchen?
    • Was tut man, wenn die JPG-Komprimierung bei Wanten, Leinen und Tauen versagt?
    • Wie heißen die Wasservögel und Schiffstypen auf den Bildern biologisch/nautisch korrekt (Hinweise willkommen)?

    Thursday, 16.6.2005

    Neues Spielzeug

    Filed under: Gadgets, Privatleben, Aktuell — assel @ 13:30

    Er hat es getan!

    Robert liebäugelte ja schon seit Monaten mit digitalen Spiegelreflexkameras. Letzte Woche machte ich den Fehler (?) ihn mal zu Wüstefeld zu schicken zum Gucken und dumme Fragen stellen und es passierte das Unvermeidliche… Zum Glück hat er sich nicht in eine der ganz dicken Nikons oder etwa die Canon EOS-1Ds Mark II verliebt.

    Das Objekt der Begierde war die EOS 20D, und seit gestern wohnt eine bei uns.

    Das Objekt der BegierdeGekauft wurde das gute Stück dann übrigens bei Foto-Hess in Charlottenburg, einem kleinen, urigen Foto-Geschäft, das einen sehr guten Eindruck auf mich machte. Nicht nur wegen der freundlichen und kompetenten Beratung, sondern auch weil der Laden so gemütlich zugekramt ist mit Flaschen von Foto-Chemie, Grabbelkisten mit Uralt-Objektiven (M42 heißt der Anschluß, wenn ich mich noch richtig an Papas Practica erinnere) und anderen Dingen. Preislich liegen sie übrigens nur wenig über den ganz billigen eBay-Hökern.

    Ich muß sagen, daß die Kamera auch mich ziemlich begeistert. Nach fast 6 Jahren Spiegelreflex-Abstinenz (im Herbst 1999 wurde mir meine geliebte Pentax Z1 aus dem Auto geklaut… Jaja, selber schuld, sie hätte da auch nicht über Nacht sein sollen) und eher abtörnenden Erlebnissen mit meiner Digitalkompakten (Minolta Dîmage EX), die sich vor allem als Batteriefresser und Akku-Verweigerer profiliert hat, fange ich an, wieder Lust aufs Fotografieren zu bekommen. Bleibt zu hoffen, daß Roberts ganz große Anfangseuphorie sich bald ein bißchen normalisiert, so daß ich dann auch ausgiebig spielen darf :-)

    Weitere Details und erste Fotos zum Sabbern demnächst in diesem Theater.

    Friday, 11.2.2005

    Aristokrasodomie

    Filed under: Aktuell — assel @ 1:40

    Skandal!
    Prince Charles heiratet sein langjähriges Reitpferd.
    ...

    Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,341128,00.html

    Tuesday, 1.2.2005

    heise offline

    Filed under: Aktuell — techno @ 18:17

    heise offlineheise online ist offline. Zumindest bis vorhin und zumindest größtenteils. Grund war eine DOS-Attacke unbekannter Herkunft. Das !Blog-Kommitee schlägt bis auf weiteres eine Änderung des Logos vor.

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